Kochbuch-Rezension von "Mias süße Kleinigkeiten" von der Küchenchaotin Mirja Hoechst - plus Rezept für Pistazieneis aus dem Thermomix und der Eismaschine

Montag, 23. März 2015

selbst gemachtes Pistazieneis nach der Küchenchaotin Mia - je eine kleine Kugel in einem Gläschen, dekoriert mit Pistazienkernen

Mia heißt eigentlich Mirja Hoechst (nein, wirklich nicht mit ö) und ist Fotografin und Bloggerin. Vielen dürfte sie allerdings auch einfach als "Die Küchenchaotin" bekannt sein. So heißt nämlich ihr Blog und dem Namen macht sie auch alle Ehre. Finger halb absäbeln, gegen Schränke laufen, teure Mixer fallen lassen - kann sie alles und hat sie schon für uns getestet. Mia ist halt ein kleiner Tollpatsch und das macht ihre Küchenabenteuer einfach so liebens- und lesenswert, weil man sich doch das ein oder andere Mal wiedererkennt und stets für gute, authentische Unterhaltung gesorgt ist.
Seit Neuestem ist Mia auch noch Autorin - ihr erstes Buch Mias süße Kleinigkeiten - Die besten Rezepte der Küchenchaotin* ist aktuell im Thorbecke Verlag erschienen und hält genau das, was es verspricht: eine Vielzahl an leckeren, klebrigen, süßen, mega süßen und noch süßeren Kleinigkeiten, bei denen einem schon beim Durchblättern das Wasser im Mund zusammenläuft.

Buchcover: Mirja Hoechst - Mias süße Kleinigkeiten - Die besten Rezepte der Küchenchaotin, erschienen im Jan Thorbecke Verlag
Copyright: Jan Thorbecke Verlag
Und so komme ich nach gefühlten Ewigkeiten endlich wieder mal dazu eine Rezension zu schreiben und diesmal liegt mir das auch persönlich am Herzen. Denn das Buch ist wirklich toll und ich freu mich riesig für Mia. Und falls noch irgendjemand zweifelt, so hilft hoffentlich meine Rezension bei der Entscheidungsfindung. Außerdem hab ich pünktlich zum Frühlingsanfang auch noch direkt das Rezept für Mias Pistazieneis im Gepäck, das ich für den Thermomix abgewandelt habe. Mittlerweile mache ich alle meine Eisrezepte nur noch darin, weil es nichts einfacheres gibt, als Eiermassen perfekt auf Temperatur zu halten. Das Originalrezept von Mia für die Zubereitung mit Topf und viel Rühren findet ihr im Buch auf Seite 127 zum Nachmachen.

je eine Kugel selbst gemachtes Pistazieneis in einem kleinen Gläschen, dekoriert mit Pistazien

Kommen wir aber erst mal zum Buch:
Zartrosa und fliederfarben kommt es im handlichen Format von 19 x 24 cm mit 136 Seiten daher. Und Mia zwinkert uns schon vom Hingucker-Cover her verschmitzt und etwas eingemehlt zu. Das süße Bild hat übrigens die ebenfalls bloggende Fotografin Franzi von Wo geht's zum Gemüseregal? gemacht. Der Pappeinband ist schön dick, das Papier matt und griffig. Und mit den hübschen Lilatönen, die sich durch das ganze Buch ziehen, kriegt man mich sowieso.
Mias süße Kleinigkeiten ist unterteilt in eine kurze Einleitung und die mit jeweils 10 Rezepten gleich großen Kapitel „Auf die Hand“, „Törtchen und Küchlein“, „Aus Schüsseln und Gläsern“, „Tartes und Tartelettes“ sowie „Aus dem Eisschrank“.
Die Schrift ist schön groß und gut lesbar gehalten, insgesamt sind die Texte aber angenehm kurz und persönlich. Immer wieder verrät uns Mia ihre besten Tipps und Tricks, dazu leitet sie jedes Kapitel und alle Rezepte mit einer kleinen, persönlichen Anmerkung ein.
Das Layout ist insgesamt eher schlicht gehalten, die Schriften sind modern, aber nicht zu verspielt und die Farben passen hervorragend dazu. Alle Rezepte sind sauber aufgeteilt, gut gegliedert und damit absolut anwenderfreundlich. Neben einem Titel, einer kurzen persönlichen Einleitung, der Rezeptanleitung und oft auch einem Tipp, gibt es eine klar strukturierte Zutatenliste und noch den Hinweis auf die Stückzahl bzw. Größe.
Die Foodfotografie stammt natürlich auch von Mia selber und entspricht insgesamt dem Stil, den wir von ihr kennen – ansprechende, großformatige Fotos aus einer sehr nahen Perspektive, mit Blick auf das Wesentliche. Die Backwerke und Kleinigkeiten stehen absolut im Mittelpunkt, zu viel Deko oder Chichi gibt es hier nicht.
Die Rezepte bilden eine bunte Mischung aus absoluten Lieblingsrezepten, bei denen wirklich jeder fündig wird. Neben vielen Klassikern kommen auch ein paar spannende neue Ideen oder Abwandlungen zum Einsatz. Ein Favorit für die Nachbackliste ist sicher der Lemon-Curd-Streuselkuchen: auf einen simplen Hefeteig kommt einfach (selbst gemachtes) Lemon Curd und darauf Streusel. Genial einfach und mal etwas anderes als der klassische Butterkuchen. Auch die Weiße Nusstarte lässt mir direkt das Wasser im Mund zusammen laufen: knuspriger Mürbeteigboden trifft auf sahnige Füllung mit cremiger weißer Schokolade und karamellisierten Nüssen. Herz, was willst du mehr?! Das Salzige Karamelleis schmilzt auf dem Bild gerade langsam vor sich hin und sieht so cremig aus, dass man sofort hineinbeißen möchte. Auch das muss dringend nachgemacht werden.
Das erste von mir nachgemachte Rezept ist jedoch das für selbst gemachtes Pistazieneis. Hab ich noch nie gemacht. Wieso eigentlich? Bei Mia sieht es jedoch so simpel aus, dass ich es kurzerhand einfach ausprobiert habe.
Übrigens sucht man Kalorienangaben vergeblich – und das ist auch gut so. Hier steht ganz klar der Genuss im Vordergrund und Mia hat uns wirklich eine ganz wunderbare Zusammenstellung von süßen Kleinigkeiten an die Hand gegeben. Anfänger finden hier leicht umzusetzende Rezepte für den Einstieg ins Backen. Aber auch für ambitionierte Hobbybäcker gibt es reichlich schöne Ideen und Anregungen. Der Stil ist unheimlich persönlich  gehalten – stimmungsvolle Bilder aus Mias Küche und ihre besten Tipps nehmen den Leser an die Hand und machen aus dem Buch mehr als nur eine Rezeptsammlung: ein persönliches Kochbuch zum Liebhaben und Verschenken!

Mirja Hoechst
Mias süße Kleinigkeiten - Die besten Rezepte der Küchenchaotin*
Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern, 2015
ISBN 978-3-7995-0585-7
19,99 Euro
136 Seiten,  19 x 24 cm
Mias süße Kleinigkeiten - auf der Seite des Thorbecke Verlags
Zum Buchtrailer bei Youtube kommt ihr hier: Mias süße Kleinigkeiten - Trailer
Der Blog der Küchenchaotin

Eisparty mit vielen kleinen Portionen Pistazieneis in kleinen Schälchen

Pistazieneis
(Rezept für Thermomix und Eismaschine*)
für ca. 700 g

75 g Zucker
75 g geschälte und ungesalzene Pistazienkerne*
1 Prise Salz
4 frische Bio-Eigelb
250 ml Vollmilch
250 g Sahne
1 Tl Vanilleextrakt

Zucker, Pistazienkerne und Salz in den Thermomix geben und etwa 30 Sekunden lang bei Stufe 8-10 fein zerkleinern. Sollte die Mischung noch zu stückig sein, noch mal nachmixen, bis alles möglichst fein vermahlen ist.
Eigelb, Milch, Sahne und Vanilleextrakt dazu geben, alles etwa 10 Sekunden bei Stufe 7-8 vermixen und die Mischung dann 15 Minuten, 80 °C, Stufe 2-3, ohne Deckel rühren, bis die Masse angedickt und cremig ist. Sollte die Eismasse noch nicht cremig genug sein und am Rücken eines Holzlöffels kleben bleiben, einfach noch mal 5-10 Minuten bei gleicher Temperatur und Stufe weiterrühren lassen.
Die Mischung in einen verschließbaren Behälter umfüllen und mehrere Stunden kühl stellen.

frisches Pistazieneis, gerade in der Eismaschine angerührt

Die kalte Masse nach Anleitung der Eismaschine in etwa 40-45 Minuten zu einem cremigen Eis verarbeiten.
Sofort genießen, den Rest einfrieren und innerhalb von etwa 1-2 Tagen verbrauchen.
Guten Appetit!

Das Buch wurde mir für meine Rezension freundlicherweise vom Jan Thorbecke Verlag unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Dies hat natürlich keinen Einfluss auf meinen obigen Text genommen. Diese Rezension stellt ganz allein meinen persönlichen Eindruck und meine eigene Meinung dar.
Hinweis: Alle mit einem * versehenen Links sind Amazon-Affiliate-Links und zusätzlich zu den Bücher-Links meine persönlich verwendeten Zutaten und Geräte für dieses Rezept. Weitere Erklärungen dazu finden sich im Impressum.

Immer auf dem Sprung mit schneller Feierabendpasta im Gepäck: Spaghetti mit Fleischbällchen und Erbsen

Freitag, 13. März 2015

Pastagericht: Spaghetti mit Fleischbällchen aus Schweinemett, Erbsen und Sahne auf einem Teller

So wie ich momentan mal wieder extrem eingespannt bin, wird es unbedingt Zeit für ein neues Rezept für schnelle Feierabendküche. Ein Projekt jagt das nächste, ein Termin kommt nach dem anderen. Deswegen muss es abends schnell gehen. Und nachdem ich am vergangenen Sonntag auf dem Street Food Festival in Düsseldorf war, am Dienstag zum Alkohollaunch in der Lieblingspizzeria 485 Grad und am Mittwoch bei einem kleinen Kölner Bloggertreffen mit dem #blogklüngel, geht es morgen gleich weiter nach Hamburg zur Internorga und Gastro Premium Night. Volles Programm also.
Ich lass dann nur mal eben dieses unheimlich leckere und simple Pastagericht hier und gehe Kofferpacken. Guckt auf jeden Fall die Tage mal bei Instagram vorbei, dort gibt es immer alle Neuigkeiten zu sehen.

Das Pastagericht habe ich zum ersten Mal vor ein paar Jahren in einer englischen Foodzeitschrift gesehen und seitdem schon sehr häufig nachgekocht. Ich bin ja nicht der weltgrößte Fan von Tomatensauce und mag helle Saucen grundsätzlich lieber. Und auch hier gibt es diverse Abwandlungen: statt Schweinehackfleisch oder gemischtem Hack habe ich auch schon Hühnchen oder Pute durch den Fleischwolf gedreht oder Lammfleisch beim türkischen Metzger besorgt und das Fleisch statt mit normaler Zwiebel mit Schalotten, roten Zwiebeln oder Frühlingszwiebeln gewürzt. Man kann die gehackte Petersilie auch direkt unter den Fleischteig rühren und ihn zusätzlich mit einem Teelöffel Senf würzen. Die Sahne lässt sich auch durch Schmand, Crème fraîche oder Frischkäse ersetzen. Leichter wird es mit Milch, dann benötigt man aber auch weniger Kochflüssigkeit von der Pasta. Lediglich Erbsen, Parmesan, Spaghetti und Petersilie bleibt immer gleich, weil die Kombi wirklich unschlagbar ist. Probiert es unbedingt mal aus - bei mir gehört das Gericht mit zu den Standardkombinationen, die es immer wieder gibt.

frisch gekochte Portion Spaghetti mit Meatballs, Erbsen und Sahnesauce

Spaghetti mit Fleischbällchen und Erbsen

für 3-4 Portionen

400 g ungewürztes Schweinemett (alternativ: gemischtes Hackfleisch)
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, zerdrückt
abgeriebene Schale 1/2 Zitrone
50 g geriebener Parmesan
1 Ei
500 g Spaghetti
150 ml Sahne
200 g feine TK-Erbsen
Olivenöl zum Braten
frisch gehackte Petersilie zum Servieren
frisch geriebener Parmesan zum Servieren
Meersalz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Schweinemett bzw. Hackfleisch in eine Rührschüssel geben. Gehackte Zwiebel, zerdrückte Knoblauchzehen, Zitronenschale, geriebenen Parmesan und das Ei dazu geben und alles gut verkneten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Die Hackfleischmischung in etwa 16-20 gleich große Stücke teilen und in den Handflächen zu Fleischbällchen formen.
Etwas Olivenöl in einer großen Pfanne auf mittlere Temperatur erhitzen und die Fleischbällchen rundherum in etwa 10-12 Minuten gar braten.
In der Zwischenzeit die Pasta nach Packungsanleitung in reichlich Salzwasser al dente kochen. Abgießen und dabei 150 ml der Kochflüssigkeit aufheben und die Fleischbällchen damit ablöschen.
Die Sahne zu den Fleischbällchen geben und alles gut verrühren, einmal aufkochen.
Die tiefgefrorenen Erbsen zu den Fleischbällchen geben und nochmal zwei Minuten sanft köcheln lassen.
Spaghetti und Fleischbällchen in einer großen Schüssel vermengen und noch mal mit Salz und Pfeffer abschmecken, dann gleichmäßig auf tiefe Teller verteilen. Mit Petersilie und Parmesan bestreuen und heiß servieren.

Von chinesischem Schweinebauch, frittierten Oreos und Soft-shell Crabs: ein Besuch auf dem Street Food Festival in Köln

Freitag, 6. März 2015

tausende Besucher auf dem Gelände von Jack in the Box zum Street Food Festival Köln im März 2015

Uwe Feller ist Gastronom aus Leidenschaft. Anders kann man nicht erklären, dass er mit seinem Team einen 40 Jahre alten, extrem runtergekommenen UPS-Truck in mühevoller, monatelanger Kleinarbeit zu einem Foodtruck umgebaut hat. Die komplette Entstehungsgeschichte des Speisewagen kann man sich auf der zugehörigen Speisewagen-Facebookseite angucken. Bis auf die Außenhülle blieb nichts stehen (und selbst die nicht, wenn man es genau nimmt...). Jedes noch so kleine Teil wurde auseinander genommen und neu eingesetzt. Und die Mühe hat sich gelohnt: herausgekommen ist ein feuerroter Flitzer, durchgeplant bis ins kleinste Detail und perfekt gestaltet für eine Küche auf Rädern. Glänzende Edelstahlflächen, feinstes Leder und edles Holz sprechen für sich.

So sehe ich den Truck zum ersten Mal auf dem Kölner Street Food Festival (und nächstes Mal schieße ich auch selber ein schönes Foto vom Truck, versprochen!) . Dort sticht er durch seine auffallende Größe und knallige Farbe hervor. Aber nicht nur der Auftritt macht ihn zu etwas Besonderem. Das besondere ist das Angebot: Statt Burger, Pulled Pork oder Sandwiches - dem klassischen Streetfoodessen mit amerikanischem Ursprung - werden hier handgeschabte Spätzle mit zarten Duroc-Schweinebäckchen serviert. Und das Konzept scheint aufzugehen: lange Schlangen bilden sich vor dem ferrariroten Foodtruck. Nach dem ersten Biss in die cremig-würzigen Käsespätzle nickt jeder bedächtig und lächelt beseelt. Unsere heimische Küche kann so hip sein! Das Geheimnis ist die frische Zubereitung vor Ort und die Mischung aus zwei unterschiedlich lang gereiften Bergkäsesorten und Emmentaler, verrät mir Uwe im Gespräch. Normalerweise bietet er einen Partyservice mit den deutschen Klassikern, wie man sie von Firmenveranstaltungen und Straßenfesten kennt - da ist die heimische Küche auf Streetfood-Veranstaltungen nur konsequent und eine tolle Abwechslung. Die Spätzle sind weich und cremig, der Käse hat genau die richtige Würzung und wahlweise kann man die Käsespätzle noch mit herrlichen Röstzwiebeln oder eben den Schweinebäckchen ordern. Die stammen von thüringischen Duroc-Schweinen und werden 9 Stunden ganz sanft und nur leicht gewürzt geschmurgelt. Etwas Rotwein rundet die Sauce ab und die passt genau wie die Bäckchen ganz hervorragend zu den Spätzle. Wein und Käse könnten nicht besser harmonieren: die Sauce ist mild, der Käse kommt immer noch würzig durch und die Bäckchen zerfallen auf der Zunge. Köstlich und unbedingte Probierempfehlung, auch wenn ihr vielleicht wegen Burgern und Co. auf das Festival kommt.

Handgeschabte Käsespätzle mit geschmorten Duroc-Schweinebäckchen vom Speisewagen

An diesem Sonntag im März hat aber alles erst mal mit einem köstlichen Cappuccino von Kaffeefahrt angefangen. Vor dem Ansturm, dann wenn das Street Food Festival bei Jack in the Box in Köln-Ehrenfeld um 12 Uhr seine Pforten öffnet, geht es noch gelassen zu. Köche und Techniker grüßen sich, Standnachbarn umarmen sich freundschaftlich, man kennt sich. Und alle treffen sich bei Alex und seinem Kaffeestand wieder. In Windeseile bildet sich jetzt - schon vor der eigentlichen Öffnung - eine Schlange, um einen köstlichen Espresso oder Cappuccino zu ergattern.
Im Rahmen eines Bloggertreffens durften wir schon um 11:30 Uhr auf das Gelände und uns in Ruhe umgucken. Und natürlich probieren!

köstliche Kaffeespezialitäten von Kaffeefahrt beim Street Food Festival in Köln

Die Jungs und Mädels von J. Kinski kommen aus Thüringen und haben sich mit ihrem Streetfood-Stand auf opulent belegte Sandwiches spezialisiert. Ihr Motto "Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen!" kann ich voll und ganz unterschreiben. Das Dinkelvollkornbrot wird selbst gebacken, das verwendete Bio-Rindfleisch stammt von glücklichen, freilaufenden Kühen und wird sous-vide gegart und dünn aufgeschnitten auf die Stullen gelegt. Den besonderen Kick geben die Saucen: Ob "Frenchman" mit Trüffelmayo, "Green Bay Cheese" mit Jalapenos und Cheddarsauce oder "Mr. Crabbs" mit Krabbenmayo - allesamt ein Knaller. Alle Sandwiches werden außerdem mit selbst gemachtem Coleslaw und geschmorten Zwiebeln serviert. Da wundert es niemanden, dass sich mittags schon lange Schlangen um den Stand versammeln und das Team am frühen Nachmittag schlicht und einfach ausverkauft ist.

Dreierlei Sandwiches von J. Kinski beim Street Food Festival in Köln

köstliche Sandwiches von J. Kinski aus Thüringen: Bio-Rindfleisch, hausgebackenes Dinkelvollkornbrot

Die Jungs von der Straßenküche nennen sich selber Ol'Spice Boyz und man merkt schnell, dass der Name Programm ist: es duftet verrührerisch, da hinten im Außenbereich von Jack in the Box. Das 5-Spice-Gewürzpulver ist eine eigene Mischung und seit letztem Sonntag bin ich auch im Besitz eines Tütchens. Das muss ich wohldosiert und gut überlegt einsetzen. Allein der Duft macht süchtig! Was ich dort aber probieren durfte, ist eine Offenbarung: Crispy Pork Belly Thai Style. Hä? Na, Schweinebauch! Gut gewürzt, 32 Stunden bei 62 °C gegart und dann knusprig frittiert. Ich bin ja sonst wirklich kein Bauch-Fan und mag generell Fett an Fleisch nicht sehr gern, aber das hier, das ist eine Offenbarung! Butterzart innen, kross außen, gebettet auf weiche Auberginen mit Koriander und Frühlingslauch. Wow! Ich lass das Bild dann mal für sich sprechen und sage: wir sehen uns Sonntag in Düsseldorf - ich freu mich drauf!

Crispy Pork Belly Thai Style von den Ol' Spice Boyz / Straßenküche aus Düsseldorf beim Street Food Festival Köln

Hola amigos! Die smarten Jungs von Los Carnales bieten mexikanisches Streetfood vom Feinsten: Tacos und Quesadillas, wahlweise mit Schweinenacken oder gekochter Rinderzunge. Ich steh ja sehr auf Quesadillas und der Geschmack ist ein Knaller. Besonderes Highlight: vier hausgemachte Saucen, an denen man sich einfach selber bedienen kann. Von mild bis höllisch scharf ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Mango-Salsa war 'chön 'charf. Und ich frage mich bis jetzt, ob die ganztägig andauernde Schlange vor dem Truck jetzt wirklich nur an den Speisen oder an den charmanten chicos liegt...

Saucenauswahl von Los Carnales zu Tacos und Quesadillas auf dem Street Food Festival in Köln

Schokoriegel sind ja schon an sich eine Schweinerei. Wenn man sie dann aber noch in eine Teighülle packt, in Fett ausbäckt und als "Deep fried Oreos" oder "Deep Fried Lion" verkauft, dann ist das einfach nur noch Foodporn. Und was für einer! Nein, es ist nicht zu süß und nein, es ist nicht zu fettig. Man bekommt eine wunderbar krosse Teighülle mit weicher Füllung und cremigem Lieblingsriegel. Die bezaubernden Mädels von Der kleine Munchkin haben da offenbar genau einen Nerv getroffen und das Ergebnis spricht für sich: keine Schlange war länger als die vor dem Süßkram-Truck. Daumen hoch für diese kleine, feine Schweinerei!

frittierte Oreos und Schokoriegel von Der kleine Munchkin beim Street Food Festival in Köln

Um den Magen ein bisschen zu beruhigen, muss man sich auch mal ein kleines Getränk gönnen, nicht wahr? Gut, dass Pankowalksi aus Polen angereist sind und ihren selbst angesetzten Wodka mitgebracht haben! Ob Honig-Zimt-Ingwer mit Kardamom, Bitter-Zitrone oder Limette-Minze - es knallt und es brennt! Und wie! Honig-Wodka - das sieht erst mal aus wie Hustensaft und hat auch eine ganz ähnliche Konsistenz. Bestimmt hilft es auch in der Grippezeit. Ganz bestimmt sogar. Aber das Gefühl, wenn der scharfe Wodka durch ist und der milde Honig sich danach auf den Gaumen legt - unbeschreiblich. Limette-Minze ersetzt in nur einem Schluck einen Sommerdrink - es sprudelt im Mund und man fühlt sich sofort an eine Strandbar versetzt. Irre. Probieren - in Maßen - lohnt sich hier wirklich, wenn ihr mal etwas Neues ausprobieren wollt.

selbst angesetzter Wodka bei Pankowalski aus Polen beim Street Food Festival in Köln

Last but not least haben uns Martin und Walter von der Fetten Kuh (wer kennt den coolsten Burgerladen der Stadt des Landes der Welt nicht!) zu ihrem neuen Truck eingeladen. Innerhalb von nur 5 Wochen ist das Konzept für The Wurst Case Szenario entstanden - den Foodtruck, bei dem es um die Wurst geht. Burger alleine haben nicht gereicht, der neueste Trend sind ganz klar die Hot Dogs. Und die Jungs von Die fette Kuh wären nicht sie, wenn sie nicht die coolsten Kreationen im Gepäck hätten: von Chili-Dog im Sepia-Brötchen über Weißwurst-Dog bis hin zu meinem Favoriten dem Chorizo-Dog mit Sauerkraut - das ist Fastfood deluxe, Streetfood vom Feinsten! Die Brötchen kommen vom gleichen Bäcker, der auch die Buns für den Burgerladen produziert, die Wurst stammt vom Metzger des Vertrauens: Kleinjung aus Engelskirchen. Trotz internationaler Kreationen bleibt es also gewohnt regional. Bis auf eine Ausnahme und damit eine völlig neue Erfahrung: das geniale Soft-Shell Crab-Sandwich! Butterzartes Fleisch mit knusprigen Beinen. Irre Idee und sicher noch ein Geheimtipp.
Und war es morgens noch ruhig, kam die Wurst-Case-Szenario-Truppe im Laufe des Tages mächtig ins Schwitzen in ihrem schicken Trailer. Der Aufwand hat sich gelohnt - ich bin mega begeistert von der Auswahl. 

der The Wurst Case Szenario Foodtruck auf dem Gelände des Street Food Festival Köln

Chili-Hot-Dog im Sepia-Brötchen von The Wurst Case Szenario beim Street Food Festival in Köln

Chorizo-Hot-Dog mit Sauerkraut von The Wurst Case Szenario beim Street Food Festival in Köln

Soft Shell Crab von The Wurst Case Szenario beim Street Food Festival in Köln

Softshell-Crab-Sandwich von The Wurst Case Szenario beim Street Food Festival in Köln

Hat es leider nicht mit aufs Bild geschafft, war einfach zu lecker und zu schnell verputzt: Die köstlichen Macarons und Mini-Cupcakes von Dehly & deSander. Vielen Dank für das hübsche Care-Paket, das war der perfekte Nachtisch! Mehr Leckereien gibt es auf der Facebookseite der Pâtisserie zu sehen: Dehly & deSander Pâtisserie.

Ja, man steht an und ja, die Schlangen vorm Einlass und vor den Ständen sind legendär. Doch haltet durch! Euch erwarten nette Teams von den süßen Munchkin-Mädels über die charmanten Los Carnales-Chicos bis hin zu den coolen Wurst-Case-Jungs - die alle für ihre Produkte brennen und euch mit ganz viel Herzblut und Leidenschaft beste Produkte servieren. Bringt Appetit mit, lasst euch über das Gelände treiben und probiert euch durch das Sortiment. Wagt mal etwas Neues und probiert fremde Geschmacksnuancen und ungewohnte Gerichte. Ich sage: es lohnt sich! In Köln haben sich insgesamt 38 Stände präsentiert - wie ihr seht, konnte ich euch nur eine kleine Auswahl davon präsentieren - es gibt natürlich noch viel mehr tolle Sachen zu probieren. In Düsseldorf haben sich sogar 50 Stände angemeldet - man hat also die Qual der Wahl.

Weitere Infos zur Veranstaltung findet ihr hier: Street Food Festival
Die nächsten Termine sind:
Düsseldorf 7./8. März
Duisburg 20./21. März
Köln 28./29. März

Ganz lieben Dank an alle Standbetreiber, die uns eingeladen haben uns durch ihr Sortiment zu schlemmen. Ganz besonderen Dank auch an Till und Martin für die nette Einladung und die tolle Organisation! Wir sehen uns am kommenden Sonntag in Düsseldorf wieder.
Wer ist noch dabei?

Till vom Street Food Festival und Martin von Die fette Kuh und The Wurst Case Szenario

Sonntagsfrühstück ahoi! Mit leckerem Rezept für knusprige Zimtbuchteln (Hefegebäck)

Sonntag, 1. März 2015

frisch gebackene Zimtbuchteln mit knackiger Kruste - innen locker und weich

Vielen Dank für euer Mitgefühl zu meinem letzten Beitrag. Es war schon nicht einfach mit mir und dem Rosenkohl. Es ist schön zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass es sich doch irgendwie schon gelohnt hat. Der Rosenkohlsalat war wirklich irre lecker und ich finde die Fotos auch nachwievor ausgesprochen ansprechend.
Gestern gabs hier übrigens mal wieder Ofenrisotto - diesmal mit Rosenkohl. Und man lernt ja dazu, denn diesmal habe ich ihn einfach stumpf halbiert. Ha! Besiegt!

Heute mache ich es uns allen mal etwas einfacher. Endlich verblogge ich das langersehnte Rezept für die köstlichen Zimtbuchteln. Bei Instagram kam das Bild schon äußerst gut bei euch an, deswegen hoffe ich, dass euch das Rezept genauso anspricht. Die Zubereitung ist wirklich total simpel: man macht einen einfachen, weichen Hefeteig mit Butter und Ei, formt diesen zu Kugeln und rollt diese zuerst in geschmolzener Butter, dann in einer Mischung aus Zucker und Zimt. Ab in den Ofen und - voilà! Schon hat man das perfekte Gebäck zum Nachmittagskaffee, Sonntagsfrühstück oder zum Mitnehmen ins Büro. Vielleicht auch genau das Richtige für Ostern?
Zugegeben - es ist schon eine kleine Sauerei und man paniert sich zwangsläufig die eigenen Finger mit einer Zucker-Zimt-Kruste. Kann man gut abschlecken! Ich sags ja nur...

frisch gebackene Zimtbuchteln mit knuspriger Kruste in einer Backform

Ansonsten ist das Rezept echt gefälliger. Und falls ihr sonst Probleme mit Hefeteig habt: Dieser hier ist mir bisher jedes Mal gelungen. Ganz ohne Vorteig und Pipapo - ich knete die Hefe sogar direkt ins Mehl hinein und der Teig geht wunderschön auf. Versucht das unbedingt mal - Hefeteig kann wirklich super einfach sein! Einfach die frische Hefe zerkrümeln und mit den Fingerspitzen richtig schön ins Mehl hineinkneten. Fertig. Danach kommt der Rest der Zutaten dazu und man knetet alles gut zu einem weichen Hefeteig zusammen.

Wer die Buchteln zum Frühstück genießen möchte und keine Lust hat so früh dafür aufzustehen, kann den Hefeteig auch einfach abends vorbereiten und luftdicht verpackt über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Die Schüssel sollte dafür ausreichend groß sein, weil der Teig ordentlich aufgeht. Am nächsten Morgen lässt man ihn dann bei geöffneter Schüssel einfach etwa eine halbe Stunde an einem warmen Ort, zum Beispiel im Bad oder in der Küche stehen, während man den Rest vorbereitet. Dann kann man ihn direkt weiterverarbeiten.

locker-leichtes Hefegebäck mit knuspriger Zucker-Zimt-Kruste

Zimtbuchteln


für 6 Zimtbuchteln (Hefegebäck)
500 g Mehl
20 g frische Hefe
75 g Zucker
1/2 Tl Salz
75 g weiche Butter, zzgl. etwas weicher Butter für die Backform
1 Ei
200 ml handwarme Milch

für die Zucker-Zimt-Kruste
50 g Butter
75 g Zucker
1 Tl Zimt

Das Mehl in eine große Rührschüssel bzw. die Schüssel der Küchenmaschine geben.
Die frische Hebe zerbröckeln und mit den Fingerspitzen direkt in das Mehl hineinkneten und verreiben.
Zucker und Salz dazu geben und gut verrühren.
Die weiche Butter, das Ei und die Milch in einem Schwung dazu geben und nun alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine, dem Handrührgerät oder den Händen zu einem glatten, geschmeidigen Hefeteig verkneten. In der Küchenmaschine dauert das etwa 7-10 Minuten.
Die Schüssel mit einem feuchten Küchentuch abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort (zum Beispiel im Badezimmer) gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat, also etwa 1,5-2 Stunden.
Eine etwa 17 x 25 cm große Backform gut mit Butter einfetten.
Die Butter für die Zucker-Zimt-Kruste in einem kleinen Topf oder in der Mikrowelle schmelzen.
Zucker und Zimt in einer Müslischüssel gut vermischen.
Den Hefeteig in 6 Stücke teilen und diese zu Kugeln rollen. Jede Kugel erst in der warmen, flüssigen Butter rollen, bis alle Seiten gut bedeckt sind, dann in der Zucker-Zimt-Mischung wälzen. Die Hefekugeln sollen rundherum gleichmäßig bedeckt sein. Die Kugeln nebeneinander mit etwas Abstand zueinander in die vorbereitete Form legen.
Den Backofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kugeln noch mal etwa 30 Minuten gehen lassen, während der Ofen vorheizt.
Die Backform ins untere Drittel des Ofens einschieben und die Zimbtbuchteln etwa 25 Minuten backen, bis sie goldbraun und knusprig sind.
Aus dem Ofen nehmen und in der Form auf einem Kuchengitter etwas auskühlen lassen.
Lauwarm oder abgekühlt noch am Backtag frisch servieren.

Lauwarmer Rosenkohlsalat mit knuspriger Chorizo und gerösteten Mandeln - oder: Wie der Rosenkohl mich bezwang

Mittwoch, 25. Februar 2015

Salat aus Rosenkohl, Chorizo und gerösteten Mandeln, auf einer Servierplatte angerichtet

Als ich den Salat beim Durchblättern eines amerikanischen Magazins entdeckt habe, war es um mich geschehen. Rosenkohl als Salat? Damit kriegt man mich sofort. Zu meinen - wie ich finde - coolsten Rezepten gehört nämlich schon der rohe Rosenkohlsalat mit Äpfeln, Walnüssen und Pecorino. Damit kriegt man auch echte Rosenkohlhasser rum. Ein echtes Knallerrezept. Ein weiteres Wintersalatrezept ist natürlich der Rotkohlsalat mit Chorizo. Da sag noch mal jemand, dass man im Winter keinen Salat essen kann!
Die Kombination aus dem milden, sanft geschmorten Rosenkohl, knusprigen Chorizoscheiben und knackig gerösteten Mandeln ist grandios, soviel vorweg. Doch der Weg dahin ist steinig...

Rezept für selbst gemachte DIY Marshmallows - homemade Mäusespeck für alle!

Sonntag, 22. Februar 2015

ausgehärtete Marshmallowmasse, die gerade in Würfel zu Marshmallows geschnitten wird

Marshmallows. Fluffigleichtes Schaumzuckerzeug. Als Kind haben wir es in Form von Mäusespeck oder weißen Mäusen gefuttert, irgendwann waren es dann die coolen amerikanischen Marshmallows. Die konnte man prima in heißer Schokolade versenken. Eigentlich ist das Zeug pappig süß, aber irgendwie auch süchtig machend und ich glaube ich kenne niemanden, der es nicht mag. Und schon lange wollte ich es mal selber machen. Damit man auch wirklich weiß, was da eigentlich drin ist. Und es sind exakt vier Zutaten: Eiweiß, Zucker, Gelatine und Wasser. Punkt. Damit kriegt man selbst gemachte, schneeweiße Marshmallows hin. Ganz ohne Konservierungsmittel oder sonstige Zusätze.
Die Zubereitung ist eigentlich nicht sonderlich kompliziert, man muss nur sehr sorgfältig arbeiten und benötigt unbedingt ein Zuckerthermometer* und besser auch eine Küchenmaschine mit Rühraufsatz. Sonst wird ganz schnell der Arm lahm - es wird nämlich viel gerührt. Sehr viel. Einige Arbeitsschritte überschneiden sich auch, deswegen ist es wirklich sinnvoll im Zweifel zu zweit zu arbeiten, wenn man keine Küchenmaschine hat, sondern ein Handrührgerät benutzen möchte. Einer kümmert sich dann um den Zuckersirup und der andere um den Eischnee.

Die Mädchenküche kocht zusammen #1: veganes Kichererbsen-Curry mit Tomaten und Koriander

Mittwoch, 11. Februar 2015

veganes Kichererbsen-Curry mit Tomaten in einem kleinen Topf, dazu gibt es Reis und Koriander

Und da sind wir schon wieder und kochen erneut mit der Mädchenküche - heute ist es Zeit für das gemeinsame Gericht. Nachdem jetzt alle Mädels mit ihren Hülsenfrüchten durch sind und wir von Bohnen über Linsen bis zu Erbsen und Erdnüssen wirklich alles durch haben, kommen wir nun zu unserer gemeinsamen großen Kochrunde. Jetzt seid ihr mit dran!

Das Oberthema für unseren gemeinsamen Kochspaß bezieht sich weiterhin auf das Thema Hülsenfrüchte und lautet konkret: Curry! Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: ob klassisches Curry mit Erdnüssen, Rote-Linsen-Curry in einer Thai-Variante oder Kichererbsen-Curry mit Kokosmilch. Ob vegan, vegetarisch, mit Fleisch, Fisch, Wild oder Meeresfrüchten - wir sind gespannt auf eure Interpretation des Themas.

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