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Von Schüttelmaschinen, Monster-Staubsaugern, viel Staub und grünen Bäumen: ein Besuch auf der Walnussplantage - Reisebericht zur kalifornischen Walnussernte Teil 2

Sonntag, 23. November 2014

Reife Walnüsse hängen an den Bäumen einer Walnussplantage in Linden, Kalifornia, USA
Ihr mögt Walnüsse? Prima! Dann nehme ich euch jetzt mit auf eine Reise zur Walnussernte in Kalifornien. Deutschland ist nämlich Hauptimporteur für kalifornische Walnusskerne - achtet mal im Supermarkt drauf. Auf den meisten Tüten mit geknackten Walnüssen steht "Kalifornische Walnüsse". Insgesamt werden allein in Kalifornien jedes Jahr 350.000 Tonnen Walnüsse geerntet und in 40 Länder weltweit importiert. Dabei hat jedes Land einen anderen Anspruch: für Italien werden beispielsweise hauptsächlich ganze Nüsse in der Schale gefordert, für Korea sollen es eher die kleineren hellen Kerne im wiederverschließbaren Beuteln sein.

Das Hauptgebiet für den Anbau von Walnüssen in Kalifornien liegt rund um den so genannten Fruitbelt im Central Valley. Dieses Tal erstreckt sich auf über 600 km Länge und mit bis zu 80 km Breite in Zentral-Kalifornien. Auf den über 50.000 Quadratkilometern werden etwa 250 verschiedene landwirtschaftliche Produkte von Mandeln über Obst und Gemüse bis hin zu Wein angebaut. Allein die Walnussplantagen im Fruchtgürtel nehmen dabei über 90.000 Hektar Fläche ein. 4.600 Walnussanbauer gibt es in Kalifornien - die meisten der Farmen befinden sich seit Jahrzehnten in Familienbesitz.

links: Kreuzung einer Schwarznuss mit einer englischen Walnuss, rechts: Lawrence Sambado, Inhaber von Prima Noce Packing, einer Walnussplantage


Und auf genau so einer Farm waren wir Anfang Oktober zur Erntezeit zu Besuch, ganz offiziell war es die California Walnut Commission's 2014 International Harvest Tour, zu der ich mit Sandra, Simone und Zorra reisen durfte.
Zusammen mit weiteren Pressevertretern und Bloggern aus China und Indien besuchten wir Lawrence Sambado bei Prima Noce Packing in Linden, etwa 150 km östlich von San Francisco entfernt. Lawrence und sein Kollege Mike nahmen uns mit auf eine der vielen Plantagen und zeigten uns, wie die Ernte abläuft. Je nach Sorte und Standort werden die kalifornischen Walnüsse zwischen August und November geerntet. Wichtigstes Erkennungsmerkmal für den Reifegrad der Nüsse ist das Aufplatzen der äußeren grünen Fruchtschalen. Brechen sie auf und fallen ab, sind die Nusskerne reif und die Walnüsse bereit zur Ernte.

In Kalifornien wird die dort heimische Schwarznuss mit der Englischen Walnuss veredelt - das sieht man auf dem Foto oben links sehr gut: der Stamm unten und die Wurzeln sind schwarz, oben heraus wächst ein deutlicher hellerer Stamm. Der Baum ist damit perfekt auf die regionalen und klimatischen Bedingungen angepasst: Im Central Valley gibt es durchschnittlich über 300 Sonnentage im Jahr, milde Temperaturen und vor allem nährstoffreiche Lehmböden - die idealen Voraussetzungen für den Anbau von Walnüssen. Ein Walnussbaum trägt übrigens zum ersten Mal nach etwa fünf bis sieben Jahren Früchte, kann dann aber auch über 100 Jahre abgeerntet werden. Bei einem Durchschnittsertrag von etwa 4.000 Nüssen pro Baum und Saison, kommt da also einiges zusammen...

Und wer jetzt glaubt, dass die Walnüsse mühsam von Hand von den Bäumen gepflückt werden, der irrt sich! Die Ernte funktioniert fast vollautomatisch und ist unheimlich spannend anzusehen:

Eine Walnussplantage, bereit zur Ernte: eine staubige Angelegenheit bei strahlendem Sonnenschein
Schritt 1:
Zuerst wird der Boden zwischen den Walnussbäumen frei gefegt, damit keine Steine oder heruntergefallene Äste mehr auf den Lichtungen liegen.

Eine Schüttelmaschine rüttelt mit ihren Greifarmen so lange an den Bäumen, bis die Walnüsse herunterfallen

Schritt 2:
Kleine, wendige Fahrzeuge mit Greifarmen fahren an die Bäume, setzen die Zangen an die Äste an und rütteln die Bäume kräftig durch. Diese so genannten "Schüttelmaschinen" erledigen die Hauptaufgabe, indem sie so von Baum zu Baum fahren und so lange kräftig rütteln, bis die reifen Nüsse von den Ästen fallen. Eine ziemlich staubige Angelegenheit!

Eine Schüttelmaschine rüttelt so lange an den Bäumen, bis die Nüsse zu Boden fallen

Eine Kehrmaschine pustet und fegt die heruntergefallenen Walnüsse zu langen Reihen zusammen

Schritt 3: 
Jetzt kommen die "Kehrmaschinen" von Schritt 1 wieder zum Einsatz: Sie pusten und fegen die heruntergefallenen Walnüsse zu langen schmalen Reihen zusammen.

Eine große Kehrmaschine fegt und pustet die Walnüsse am Boden zu langen Reihen zusammen

Eine weitere Maschine befördert die Walnüsse vom Boden über ein Förderband in große Container

Schritt 4:
Zum Schluss kommt der "Staubsauger" zum Einsatz, ein Fahrzeug, das die Walnüsse vom Boden aufsaugt, über ein Förderband aufsammelt und in großen Containern sammelt. In diesem Schritt werden Äste und die grünen Hüllen gleich weitgehend automatisch mit aussortiert.


Von dort aus, gelangen die Walnüsse dann an die nächste Station - sie werden zu Prima Noce Packing gefahren, sortiert, vorgewaschen und gebürstet, getrocknet und landen dann schließlich in der Produktion. Frische Walnüsse sind nämlich noch unheimlich weich, hell, süßlich und leicht mehlig und für meinen Geschmack ungenießbar. Sie enthalten noch rund 20% Feuchtigkeit - durch die Trocknung sinkt der Gehalt auf 8% und sie werden so knackig und nussig, wie wir sie kennen. Doch das wird das Thema beim nächsten Bericht sein. Dann gibt es auch noch ein paar praktische Tipps zur Lagerung.

Frisch geerntete und vom Baum gefallene Walnüsse und ein frischer, weicher Walnusskern


Hier noch ein paar weitere Links für zusätzliche Informationen und spannende Berichte:
Reisebericht zur kalifornischen Walnussernte Teil 1 - mein erster Bericht über die Reise: Besuch in der amerikanischen Botschaft in Berlin und Walnusscocktails
http://www.walnuss.de/ - die offizielle Webseite der California Walnut Commission mit vielen Rezepten und spannenden Hintergrundinformationen
http://www.premiumwalnuts.com/index.html - die offizielle Webseite von Prima Noce Packing
Reisebericht Teil 1 von Sandra - der erste Bericht von From Snuggs Kitchen
Reisebericht Teil 2 von Sandra - der zweite Bericht von From Snuggs Kitchen
Reisebericht Teil 1 von Simone - der erste Bericht von S-Küche
Reisebericht Teil 2 von Simone - der zweite Bericht von S-Küche
Reisebericht von Zorra - der Bericht über die Walnusscocktails in Berlin von 1 x umrühren bitte aka Kochtopf


Mein herzlichster Dank für dieses einmalige Erlebnis und die nette Einladung geht an das Team von Fleishman-Hillard Germany GmbH, insbesondere an Christine, Eva und Ricarda für die tolle Organisation und die California Walnut Commission, insbesondere an Jennifer und Michelle für die Betreuung vor Ort.
Die Informationen über den Walnussanbau und die Walnussernte stammen von der California Walnut Commission.

Blitzrezept für Apfelkuchen mit Frischkäse-Guss, Zucker & Zimt und Walnüssen

Freitag, 14. November 2014

Fertig gebackener Apfelkuchen in einer Springform


Manchmal muss es einfach schnell gehen.
Gerade wenn man ziemlich viel unterwegs ist und kaum mal wirklich Zeit zu Hause hat. Ich wirbel gerade mehr oder weniger von einer Veranstaltung zur anderen, vom Büro zum Abendessen mit Freunden, von der Arbeit aus in den Supermarkt oder noch schnell zum Bäcker. Abendbrot ist momentan die unkomplizierteste und einfachste Form der Ernährung, gerade wenn man das Gefühl hat Freizeitstress zu haben und nur unterwegs ist. Ach ja und dann haben wir zwischendurch auch noch ein Auto gekauft... 
Wer kennt sie nicht, die selbst gemachten First World Problems. Gerade ist auch noch kein Ende in Sicht und da muss man sich eben zu helfen wissen. So wie mit der schnellen und einfachen Möhrensuppe von letzter Woche. Denn nur weil etwas schnell und unkompliziert ist, muss es ja auch nicht schlecht sein! Fertigessen und Backmischungen sind da nur bequeme und faule Ausreden, aber es geht auch anders.

Ein Stück Apfelkuchen auf dem Kuchenteller


Heute bringe ich euch ein wirklich genial einfaches Rezept für einen Ruckzuck-Apfelkuchen mit, der auch noch was her macht. Nix mit Mürbeteig kneten, kalt stellen, ausrollen usw. Einfach alles flott zusammenrühren, in die Form schichten und ab in den Ofen. Der Kuchen lässt sich prima nach Feierabend backen, kalt stellen und am nächsten Tag hat man ein tolles Mitbringsel fürs Büro oder für eine Einladung. Nur noch ein Ei im Haus? Kein Problem, denn der Boden kommt ohne Ei im Teig aus! Ein wunderbarer Restekuchen, den man beliebig umändern kann. Kein Frischkäse im Haus, aber noch einen Becher Schmand? Nehmt einfach den! Und wenn ihr keine Walnüsse habt, streut einfach Mandelstifte oder Pecannüsse drüber.

Ich lasse euch jetzt schnell das Rezept da und dann mache ich mich auch schon auf den Weg Richtung Hamburg zur Blogst Konferenz 2014 - per Twitter und Instagram halte ich euch dabei auf dem Laufenden!

Angeschnittener Apfelkuchen auf einer Servierplatte

Apfelkuchen mit Frischkäse-Guss, Zucker & Zimt und Walnüssen

Für den Boden:
120 g weiche Butter
75 g Zucker
120 g Mehl

Für den Frischkäse-Guss:
200 g Doppelrahm-Frischkäse
50 g Zucker
1 El Vanillezucker
1 Ei

4 kleine Äpfel (z.B. Elstar oder Rubinette)

Für Zucker & Zimt:
2 El Zucker
1/2 Tl Zimt

1 Handvoll Walnusskerne, grob gehackt


Den Ofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Springform (24-26 cm Durchmesser) mit Backpapier auslegen (es gibt jetzt sogar schon rundes, vorgeschnittenes Backpapier für Springformen, sehr praktisch!).

Für den Boden die weiche Butter mit dem Zucker cremig rühren. Am besten mit einem Handmixer oder in der Küchenmaschine. Das Mehl dazugeben und nur kurz unterrühren.
Der Teig ist zwar trotz der weichen Butter eher ein Mürbeteig, muss aber nicht kalt gestellt werden. Stattdessen wird er direkt in die Form gegeben und mithilfe der Hände gleichmäßig angedrückt. Zieht einen kleinen Rand von etwa 2 cm Höhe hoch und achtet darauf, dass keine Löcher im Teigboden entstehen.

Teig für den Apfelkuchen in der Springform


Als nächstes den Frischkäse zusammen mit Zucker, Vanillezucker und Ei kräftig verrühren. das klappt schnell und einfach mit einem Schneebesen. Auf den vorbereiteten Teigboden gießen.

Die Äpfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und in schmale Spalten schneiden. In eine ausreichend große Schüssel geben.

Zucker und Zimt gut vermischen und über die Apfelspalten streuen. Alles gründlich verrühren, bis die Äpfel vollständig mit Zucker und Zimt bedeckt sind.

Die Äpfel vorsichtig auf die Frischkäsemasse geben und gleichmäßig verteilen.

Die Springform ins untere Drittel des vorgeheizten Ofens einschieben und den Kuchen 10 Minuten bei 200 °C backen.
Danach die Walnüsse gleichmäßig über den Äpfeln verteilen, die Temperatur auf 175 °C runterschalten und den Kuchen für weitere 25 Minuten backen.

Kuchen aus dem Ofen nehmen und in der Form vollständig aus einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Bis zum Servieren im Kühlschrank aufbewahren.

Fertig gebackener Apfelkuchen in der Springform

Wärmende Herbstküche: vegetarische Möhrensuppe mit gerösteten Möhren, Karottensaft und Ingwer (mit veganer Alternative)

Samstag, 8. November 2014

Ein frischer Bund wilder Möhren vom Bauern

Das Arbeitsprojekt ist endlich abgeschlossen und ich hatte mir für heute fest vorgenommen den ganzen Tag in der Küche zu stehen und/oder Blogbeiträge vorzubereiten. 
Also ganz ursprünglich wollte ich heute in Münster beim Hölker Verlag sein, um Lisas und Lars neues Buch Advent, Advent: Backen, Basteln, Dekorieren für die schönste Zeit im Jahr*  kennen zu lernen. Die letzte Buchvorstellung (ZU GAST IM HÖLKER VERLAG BEI COPPENRATH IN MÜNSTER - BLOGGERTREFFEN UND BUCHPRÄSENTATION VON "GRÜSSE AUS MEINER KÜCHE") war so super und ich bin untröstlich nicht wieder dabei sein zu können. Unser Auto macht mir nur leider einen Strich durch die Rechnung, denn es stirbt gerade langsam, aber sehr sicher, vor sich hin. Gut, dachte ich mir, fährst du eben mit der Bahn! Münster ist von Köln aus ja keine große Strecke. Tja, und dann kam der Bahnstreik und damit das endgültige Aus für mich. Plan B sollte dann die Küche sein. Aber da ich Weihnachten irgendwie sicher zu meiner Familie kommen möchte, haben wir den Tag stattdessen in diversen Autohäusern verbracht, verschiedene Marken und Modelle studiert und ziemlich viel Probegesessen. Drei Modelle sind noch im Rennen, jetzt heißt es erst mal Testberichte wälzen und Angebote für Neuwagen, Jahreswagen und EU-Neuwagen einholen.
Morgen steh' ich dann wieder in der Küche und bereite Blogbeiträge vor - versprochen!

Vegetarische Möhrensuppe / Karottensuppe, serviert mit griechischem Joghurt und Schnittlauchröllchen im Bügeglas


Statt direkt weiter von der kalifornischen Sonne zu schwärmen und euch eine lange Nase zu machen, bringe ich euch erst mal ein feines Herbst-Rezept mit. Heute war so ein ganz wunderbarer Herbsttag mit ganz viel Sonne und blauem Himmel und viel Draußensein. Was gibt es dann schöneres als nach Hause zu kommen, sich gemütlich aufs Sofa zu kuscheln und eine schöne warme Suppe zu essen?
Schon bei der Rösttomatensauce habe ich festgestellt, dass vieles in gerösteter Form einfach besser schmeckt. Und was für Tomaten gilt, kann ja für Karotten auch nicht so verkehrt sein! Wie lecker geröstete Möhren aus dem Ofen schmecken, habe ich schon bei meinem veganen Reisgericht mit Tofu berichtet - die Möhren werden ganz zart und weich und süß und einfach lecker. Daraus dann eine Suppe zu kochen ist noch mal eine Steigerung, das kann ich euch sagen! Mögt ihr schon "normale" Karottensuppe aus gekochten Karotten, probiert unbedingt mal die Variante mit den Röstaromen. Unglaublich!

Vegetarische Möhrensuppe / Karottensuppe, serviert mit griechischem Joghurt und Schnittlauchröllchen im Bügeglas


Der Aufwand wird dadurch natürlich ein bisschen größer: die Möhrchen kommen erst in den Ofen und dann in den Topf, doch das Warten lohnt sich und macht auch noch nach Feierabend Sinn. Belohnt wird man mit einer herrlich cremigen, samtigen Suppe mit ganz wunderbaren Aromen, ohne viele Zutaten. 
Meine Möhren nennen sich "Wildmöhren" und stammen vom Bauern. Ich glaube eher, dass das eine Erfindung des Bauern ist, aber sie erinnern stark an die großen Zuckermöhren. Ich mag sie unheimlich gerne und empfehle sehr die Verwendung von regionalen und saisonalen Karotten, die es jetzt überall gibt!
Eine der wenigen, aber umso effektiveren Zutaten ist der Ingwer. Man schmeckt ihn nicht zu stark heraus, aber er gibt noch mal einen tollen Kick. Mögt ihr partout keinen Ingwer, lasst ihn einfach weg und erhöht oder ergänzt vielleicht einfach den Kräuteranteil. 
Statt reiner Brühe und pürierten Möhren ist ein weiterer Clou die Zugabe von Karottensaft! Den könnt ihr entweder selber machen, wenn ihr einen Entsafter habt oder in Bio-Qualität kaufen. Ich mag den Bio-Karottensaft von Alnatura (persönliche Empfehlung!) sehr gern und trinke ihn auch mal so zwischendurch.

Möhrenstücke mit Olivenöl und Meersalz auf dem Backblech - geröstete Möhren für eine vegetarische Möhrensupper


In der Grundversion ist die Suppe vegan, sofern ihr eine vegane Gemüsebrühe verwendet. Ich finde sie aber noch pfiffiger, wenn man ihr zum Servieren etwas griechischen Joghurt oder Saure Sahne hinzufügt. In einer veganen Variante könnte das zum Beispiel auch Sojajoghurt sein. 
Eine ähnliche Suppe habe ich schon letztes Jahr beim Blättern in einer amerikanischen Foodzeitschrift gesehen, ich weiß nur bei bestem Willen nicht mehr in welcher.
Deswegen jetzt hier meine Version einer ganz wunderbaren Herbst- und Winter-Suppe - Guten Appetit!

Vegetarische Möhrensuppe / Karottensuppe, serviert mit griechischem Joghurt und Schnittlauchröllchen im Bügeglas


Möhrensuppe mit gerösteten Möhren, Karottensaft und Ingwer
für ca. 3-4 Portionen

750 g Möhren (geschält und ohne Wurzelenden gewogen)
2 kleine Schalotten
1 Knoblauchzehe
1 Zweig Thymian, die Blättchen abgezupft
500-750 ml Gemüsebrühe (möglichst selbst gemacht oder in Bio-Qualität)
350 ml Karottensaft (siehe oben)
1 ca. 3 cm dickes Stück Ingwer, geschält
extra natives Olivenöl
Meersalz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
etwa 50 g griechischer Joghurt oder Saure Sahne, glatt gerührt
etwa 1 Tl Schnittlauchröllchen


Den Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
Etwas Olivenöl auf ein Backblech oder in einen großen Bräter geben.
Die vorbereiteten Möhren schräg in ca. 2-3 cm dicke Scheiben schneiden und gleichmäßig auf dem Blech verteilen. Sie sollten möglichst nicht übereinander geschichtet werden.
Mit weiterem Olivenöl beträufeln und mit etwas Meersalz bestreuen.
30 Minuten auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Ofen rösten, dabei nach der Hälfte der Zeit einmal gut durchmischen.

In der Zwischenzeit die Schalotten und die Knoblauchzehe schälen und würfeln.
Beides zusammen mit den abgezupften Thymianblättchen in einem großen Topf bei niedriger Hitze in etwas Olivenöl einige Minuten lang sanft dünsten. Zwiebel und Knoblauch sollen dabei keine Farbe annehmen.
Mit 500 ml Gemüsebrühe und dem Karottensaft ablöschen und die Mischung einmal aufkochen.
Die fertig gerösteten Karotten aus dem Ofen nehmen und vorsichtig in die Suppe geben. Das Ingwerstück ebenfalls dazu geben (bei Verwendung eines Pürierstabs zum Pürieren lieber vorher in mehrere kleine Stücke schneiden), erneut aufkochen und etwa 10 Minuten bei niedriger Hitze sanft köcheln lassen.
Danach mit Hilfe eines Pürierstabs direkt im Topf fein pürieren oder die Mischung in einen Blender umfüllen. Ich hab sie in den Thermomix umgefüllt und super fein püriert.
Die Konsistenz der Suppe ist bei den 500 ml Gemüsebrühe sehr dick und cremig. Wer lieber eine etwas flüssigere Suppe möchte, kann jetzt noch nach und nach etwas mehr heiße Gemüsebrühe untermixen und die Suppe noch einmal aufkochen.
Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
Die Suppe zum Anrichten jeweils mit einem Klecks griechischem Joghurt oder Saurer Sahne versehen und mit Schnittlauchröllchen bestreuen.

Man kann die Karottensuppe nach dem Abkühlen (und vor dem Anrichten mit dem Joghurt!) auch super einfrieren.

Walnüsse in flüssiger Form, Händeschütteln mit dem amerikanischen Botschafter und der wohl coolste Ausblick in Berlin - Reisebericht zur kalifornischen Walnussernte Teil 1

Sonntag, 2. November 2014

Da bin ich wieder! Nach zwei Wochen Kalifornien mit lauter spannenden, schönen, lustigen und verrückten Eindrücken und zwei nachfolgenden stressigen Wochen im Büro, habe ich endlich Zeit meine Fotos zu sichten und in Erinnerungen zu schwelgen.

Insgesamt war es hier ja sehr ruhig in den letzten 4 Wochen - ich habe die Pause aber sinnvoll genutzt, um reichlich Kalifornien-Material zu sammeln, die wunderbare Reise zu reflektieren, den Kopf frei zu bekommen und um mich jetzt mit lauter spannenden Sachen wieder zurück zu melden.
Aufgrund der Fotoflut und der vielen Eindrücke, werde ich meine Reiseberichte stückeln - bei Instagram und Twitter habt ihr ja vielleicht schon einiges mitbekommen, hier sammel ich jetzt mein Material und lasse euch teilhaben, an der einmaligen Erfahrung der kalifornischen Walnussernte.

Die fängt lustigerweise jedoch nicht etwa in Kalifornien an, sondern in Berlin... 
Wie es dazu kam und wo dieses wirklich einmalige Gruppenfoto von uns entstand, könnt ihr jetzt hier lesen.

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v.l.n.r. Eva von der Agentur Fleishman-Hillard, Zorra, Sandra, Simone und ich 
Als besondere Überraschung vor unserer gemeinsamen Pressereise waren Zorra, Sandra, Simone und ich in die amerikanische Botschaft am Brandenburger Tor auf einen Walnuss-Empfang beim amerikanischen Botschafter John B. Emerson eingeladen. Da staunt man schon nicht schlecht, wenn man plötzliche eine offizielle Einladung vom Botschafter in seinem Posteingang hat...

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Gruppenbild mit Botschafter und fantastischem Hintergrund
Und so durften wir, nachdem wir unsere Telefone und Kameras abgegeben und uns einem Sicherheitscheck unterzogen hatten, den Quadriga Room betreten. Hier finden sonst wichtige Konferenzen statt und hier tagt auch der US-Präsident Barack Obama, wenn er in Berlin zu Besuch ist. An diesen Raum schließt sich eine Dachterrasse mit einem ganz wunderbaren Blick an: man steht etwa auf Höhe des Brandenburger Tors und kann fast rüberspazieren. Dazu sieht man die Reichstagskuppel und hat einen wunderbaren Blick auf den Tiergarten. Das war wohl eine wirklich einmalige Gelegenheit und diese Aussicht sieht man so schnell wohl nicht wieder.

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Der Quadriga Room in der US-Botschaft in Berlin
Javier de las Muelas aus Barcelona, einer der bekanntesten und besten Mixologen und Bartender der Welt, hat sich der Walnuss angenommen und aus ihr verschiedene Cocktails und Mocktails entwickelt. Er ist bekannt für seine kreativen Ideen und seine Bar "Dry Martini" in Barcelona gehört zu den 50 besten Bars der Welt. Anlässlich des "Bar Convent Berlin" war er in der Stadt und stellte seine Kreationen einer Auswahl von Journalisten, Handelsvertretern und Botschaftsmitarbeitern vor.

Zusammen konnten wir die Grundlagen, aus denen seine Cocktails gemixt werden, probieren. Um die Walnuss erst mal in eine flüssige Form zu bekommen, hat er sich verschiedener Methoden bedient und eine Reihe von Basics entwickelt, auf denen die Getränke später aufbauen. Neben Walnussbutter (so wie Erdnussbutter herzustellen, leicht salzig), Walnussmilch (wie Mandelmilch herzustellen), Walnusssirup, Walnusslikör und Walnussbitter, gab es dann noch ein eher süßliches Walnusspüree aus gerösteten Walnüssen und einen Walnusszucker. Diese Verköstigung war super spannend und auch wenn alles recht ähnlich in der Herstellung ist, sind die Endergebnisse alle unterschiedlich.

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Grund-Essenzen aus Walnüssen für die Cocktails und Mocktails
Auf Grundlage dieser Mischungen hat Javier de las Muelas schließlich die California Walnuts Cocktail Collection, bestehend aus 5 Cocktails und 5 alkoholfreien Mocktails entwickelt, die alle einen Bezug zu Kalifornien, der Herkunft der verwendeten Walnüsse, haben.

Eine erste Auswahl an Cocktail-Rezepten könnt ihr auf der Webseite der kalifornischen Walnüsse sehen: Genuss Momente mit Cocktails. Ein zweisprachiges PDF (englisch/spanisch) mit allen Rezepten und weiteren Informationen, könnt ihr hier herunterladen: California Walnuts Cocktail Collection.

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Der Mocktail "Lost in California"
Mir persönlich haben die Mocktails am besten geschmeckt, unter anderem der oben abgebildete "Lost in California". Aus den Rezeptgrundlagen kann man sicher auch wunderbare weitere Rezepte mit Walnüssen kreieren, werft also unbedingt mal einen Blick in die oben verlinkte Broschüre.

Das war aber erst der Anfang von einer ganz tollen und außergewöhnlichen Reise. Mehr gibt es demnächst hier im Blog!

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Wir vier im Gespräch mit Kelly Stange vom Botschaftsrat für Landwirtschaft

Die verwendeten Fotos stammen alle von der US Botschaft in Berlin, die sie uns freundlicherweise zur Verwendung zur Verfügung gestellt haben, weil wir selber keine elektronischen Geräte mitnehmen durften und entsprechend auch keine Fotos machen konnten. Den kompletten Flickr-Fotostream findet ihr hier: California Walnuts Cocktail Collection Empfang.

Mein herzlichster Dank für dieses einmalige Erlebnis und die nette Einladung geht an die US-Botschaft in Berlin, den amerikanischen Botschafter John B. Emerson, das Team von Fleishman-Hillard Germany GmbH und die California Walnut Commission.

Sommer in Gläsern im Oktober: selbst gemachte süße Tomatenmarmelade zu Brot und Käse

Samstag, 4. Oktober 2014

Tomatenkonfitüre, frisch gekocht und mit würzigem Käse und frischem Brot serviert


Oh je. Hier macht man was mit. Gerade noch koche ich wärmende Gemüsesuppe und kaufe die ersten Kürbisse ein, zack, da ist der Sommer zurück. Ich höre von Kollegen, die Zucchinis ernten, andere schreiben von den ersten (!) reifen Himbeeren des Jahres. Und Tomaten! Überall hängen noch Tomaten oder reifen frisch geerntet noch nach.
Toll. Gerade wo ich meine Sommersachen weitgehend schon wegsortiert oder in die Altkleidersammlung gegeben habe, herrscht in Köln schon seit Tagen feinstes T-Shirt-Wetter. Aber ich will mich ja nicht beschweren, sondern beglücke euch lieber noch schnell mit einem weiteren Tomaten-Rezept, das ich sonst auf nächstes Jahr hätte verschieben müssen.

Ihr habt richtig gelesen, da steht Tomaten-Marmelade. Vielleicht wäre Tomaten-Konfitüre politisch korrekt, allerdings versteht ihr sicher, was ich meine. Es geht tatsächlich um eine süße Marmelade aus Tomaten. Warum auch nicht? In Spanien und anderen Mittelmeerländern wird Tomatenmarmelade wie selbstverständlich gekocht. Ich war ehrlichgesagt erst skeptisch, als ich mir vor einigen Monaten in einem griechischen Restaurant einen gegrillten Halloumi mit Tomatenmarmelade bestellt habe. Insgesamt war das aber so stimmig, dass mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf ging. Und als ich meine Ofentomatensauce eingekocht habe, habe ich gleich noch ein bisschen Marmelade dazu gekocht. Man sollte eine Sorte wählen, die viel Fruchtfleisch und wenig Kerne enthält. Zum Beispiel Romatomaten oder Ochsenherztomaten.

Das Rezept ist wirklich super simpel, so als ob ihr Erdbeermarmelade kochen würdet. Man benötigt nur die frischen, reifen Tomaten, Gelierzucker und in diesem Fall frisches Vanillemark. Das unterstreicht die Süße der Tomaten noch ganz fabelhaft.
Es gibt auch noch viele andere Möglichkeiten der Kombination, zum Beispiel mit Chili, Ingwer, Essig oder Kräutern in einer etwas herzhafteren Variante. Ich wollte hier nur heute gern die süße Version vorstellen. Bestimmt probiere ich aber auch noch eine eher Chutney-artige Variante aus.

Man kann die Marmelade pur wie einen Fruchtaufstrich auf dem Brot essen - ich finde aber, dass sie in Verbindung mit verschiedenen Hart- und Weichkäsesorten und frischem Brot noch besser zur Geltung kommt. Damit passt sie perfekt auf die Käseplatte oder auch als Dip für gegrilltes Gemüse oder eben den besagten Halloumi-Käse. Probiert es mal aus! Man kann auch prima erst mal nur die Hälfte der Zutaten verwenden und die Tomatenmarmelade zur Probe kochen, bevor man in die Großproduktion startet.

Hiermit verabschiede ich mich jetzt erst mal in den Urlaub. Es ist nämlich schon so weit - am Montag geht es los und Zorra, Sandra, Simone und ich treten die Reise zur Walnussernte nach Kalifornien an. Unter dem Hashtag #4forwalnuts findet ihr uns so ab der kommenden Woche bei Twitter, Instagram und Facebook. Ich versuche zwischendurch auch schon mal zu bloggen, wenn die Technik mitspielt.

Tomatenmarmelade, serviert mit Käse und frischem Brot


Süße Tomatenmarmelade
für ca. 4 Gläser zu je 250 ml

1,5 kg reife Tomaten
500 g Gelierzucker 2:1
Mark von 1 Vanilleschote
Saft von 1 Zitrone


Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Die Tomaten nach und nach mit einer Schöpfkelle hineingeben und etwa 1-2 Minuten ziehen lassen, bis die Haut aufplatzt. Danach aus dem Wasser nehmen und etwas auskühlen lassen.
Die Tomaten danach vorsichtig häuten, halbieren, den Strunk und die Kerne entfernen und das Fruchtfleisch je nach Geschmack fein würfeln oder pürieren - ich hab es im Thermomix zu einem feinen Püree verarbeitet, weil ich eine ganz glatte Konsistenz wollte. Wer es stückiger mag, würfelt das Tomatenfruchtfleisch einfach nur.
Die Tomaten mit dem Gelierzucker, Vanillemark und Zitronensaft in einem großen Topf gründlich vermischen. Einen Deckel auflegen und die Mischung etwa 1 Stunde durchziehen lassen.
Danach noch mal alles gut durchrühren, langsam zum Kochen bringen und unter regelmäßigem Rühren 3-4 Minuten sprudelnd kochen lassen, bis die Marmelade geliert. Ggf. einen Geliertest machen, indem man etwas von der heißen Marmelade auf einen kalten Teller gibt. Erstarrt die Marmelade recht schnell, ist die fertig. Ansonsten noch 1-2 Minuten unter Rühren weiterkochen und erneut testen.
Die fertige Marmelade noch kochendheiß in zuvor gut ausgespülte und möglichst sterilisierte Gläser* geben, mit den Deckeln gut verschließen und für 10 Minuten auf den Kopf stellen. Danach umdrehen und vollständig erkalten lassen.


* Einmachgläser sterilisieren
Ich empfehle die Gläser und Deckel vor Verwendung in der Spülmaschine oder mit heißem Wasser gründlich zu reinigen. Gut abtrocknen und in den kalten (!) Ofen auf das Ofenrost stellen. Die Temperatur auf 150 °C Ober- und Unterhitze einschalten und die Gläser ab Erreichen der Temperatur noch 10 Minuten im Ofen lassen. Danach vorsichtig aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter gut auskühlen lassen.
Die Twist-Off-Deckel bzw. bei Weckgläsern die Gummiringe sollten genau wie der Einmachtrichter und die Schöpfkelle etwa 5 Minuten in kochendem Wasser sterilisiert und danach auf Küchenpapier zum Abtropfen gelegt werden.
Die Gläser dann zügig befüllen und gut verschließen.

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